Jugendkriminalität: SPD fordert Politik mit Augenmaß und Besonnenheit

„Gesetzesübertretungen durch Jugendliche sind und waren zu allen Zeiten ein Thema für die Gesellschaft“ kommentiert der SPD-Stadtverordnete Michael David die am Donnerstagabend im Stadtparlament von Bürgerliste und FDP angestoßene Diskussion um Jugendkriminalität in Wiesbaden. Die jetzt von BLW und FDP in die Debatte eingebrachten Vorschläge seien daher auch nicht wirklich neu: „Man reibt sich schon verwundert die Augen, wenn in einem Antrag tatsächlich die Frage nach regelmäßigen Jugendschutzkontrollen gestellt wird oder eine bessere Vernetzung von Jugenddelinquenz und Jugendarbeit gefordert wird. All dies ist überhaupt nichts Neues und wird in Wiesbaden schon seit längerem erfolgreich praktiziert“ betont der Stadtverordnete. „So wird bereits seit 2007 im Rahmen des Projektes HaLT! – einer Kooperation von Polizei, Stadt, Suchthilfezentrum, HSK und FH – gezielt auf Kinder und Jugendliche wegen übermäßigen Alkoholkonsums eingewirkt. Und auch mit der Einrichtung eines Hauses des Jugendrechts spielt Wiesbaden bundesweit in der ersten Liga.“

Wirklich problematisch werde es jedoch, wenn im Antragstext tatsächlich Maßnahmen ‚zur besseren gesellschaftlichen Integration von Jugendlichen’ gefordert würden: „Mit dieser Forderung stellt die BLW Jugendliche ins gesellschaftliche Abseits. Dies ist absolut inakzeptabel und so mit der SPD nicht zu machen! Wiesbaden ist weltoffen, Wiesbaden ist sportlich und vor allen Dingen ist Wiesbaden auch jung! Dies ist gut so und soll deshalb auch so bleiben!“ so das Zwischenfazit Davids.

Die im Antrag aufgeworfene Problematik, dass die objektive und die gefühlte Sicherheit voneinander abweichen würden und dass es in der Tat derzeit Probleme mit – wenn auch wenigen – gewaltbereiten Jugendlichen gebe, dürfe nicht klein geredet oder gar wegdiskutiert werden. Statt populistischer Polemik bedürfe es jedoch einer intensiven und sachlichen Diskussion. „Es gilt das Bild Wiesbadens als sichere Stadt zu transportieren und gefühlte Unsicherheit, aber auch objektiv vorhandene Probleme zu beseitigen. Lassen Sie uns die Dinge einfach ein wenig gelassener sehen und lassen Sie uns vor allem nicht alle Jugendliche über einen Kamm scheren“, so David abschließend.